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Veganer sind die schlechteren Gastgeber! Oder nicht?

Schon mal eine Diskussion darüber gehabt, was einen guten Gastgeber ausmacht? Ich schon und ich merke gerade, dass mir erneut der Kamm schwillt, wenn ich an dieses Gespräch zurückdenke.

Dabei ging es darum, dass aus seiner Sicht Vegetarier und Veganer die schlechteren Gastgeber sind, weil sie die Bedürfnisse nicht-veganer Freunde übergehen. Jemand wie ich verweigert ihnen demnach die Freiheit, Fleisch zu konsumieren, weil es nun mal nicht meinen Werten entspricht welches zu kaufen oder zuzubereiten.

Besonders ärgert mich das deshalb, weil derjenige mir damit nicht nur unterstellt, dass ich ihm meinen Lebenswandel aufzwingen will, sondern dass ich mir keine Mühe mache, meine Gäste anständig zu bewirten. Hohle Phrasen wie „Ich akzeptiere deine Einstellung völlig, aber ich möchte mich damit nicht beim Essen auseinandersetzen müssen“ oder „Ich für meinen Teil versuche immer, meinen Gästen eine Freude zu bereiten, das habe ich so gelernt“ und „Wenn du mich besuchst, sehe ich ja auch zu, dass genug Gemüse da ist“ setzen dem Ganzen das Bullshit-Krönchen auf.

Für meine Gäste nur das Beste

Wer mich kennt, der weiß, dass gutes Essen ebenso weit oben auf meiner Prioritätenliste steht wie der Wunsch, den allerschönsten Abend mit meinen Gästen zu verbringen. Bei mir gibt es immer reichlich, eigentlich von allem zu viel und mit noch mehr Liebe gekocht. Noch nie ist jemand nach Hause gegangen und hat gesagt, dass ein Putenschnitzel zur Verbesserung der Gesamtstimmung hätte beitragen können oder dass ich der Party durch mein Essen den Moral-Stempel aufdrücken, mit dem man sich permanent und unfreiwillig konfrontiert sieht. Stattdessen wurde ich am Ende irgendwie meistens für den total entspannten, aufregenden, lustigen, unterhaltsamen Abend und das wahnsinnig leckere Essen gelobt. Es gibt sogar Freunde, die mir raten ein Bistro aufzumachen, in dem sie dann ihre täglichen Mittagspausen verbringen können.

Ich müsste lügen, wenn ich sage, dass mich so was nicht freut. Kommentare wie diese resultieren vermutlich daraus, dass ich einfach sehr leidenschaftlich bin in der Küche und im Rahmen der mir selbst auferlegten Grenzen dabei sogar ganz schön weltoffen. Ich möchte behaupten, dass ich Zutaten kenne, von denen die meisten bis heute nicht mal geträumt haben.

Am Ende ist Fleisch auch nur eine Zutat

Gutes Essen zeichnet sich eben nicht dadurch aus, ob es Fleisch gibt oder nicht. Essen wird gut durch die frische der Zutaten und die Art, wie es zubereitet ist. Generell ist meine Mission ja nicht, die moralische Keule zu schwingen – es sei denn, man möchte sich gern über die unzähligen Vorteile einer pflanzenbasierten Ernährungsweise mit mir auseinandersetzen. Wenn ich überhaupt eine Mission habe, dann die, dass es sich hier und da lohnt, den Fleisch-Sockel für einen Augenblick zu verlassen und einfach mal dem Geschmacksnerv zu folgen.

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